Luxuswohnungen von OMA in Bangkok

Pixelwerk

Bangkoks MahaNakhon bei TagMahaNakhon. So wird das 77-geschossige Projekt des niederländischen Büros OMA heißen, wenn es denn erst einmal in 2012 fertiggestellt sein wird. Dann wird es mit einer Höhe von 310 Metern alle anderen Gebäude Bangkoks überragen – die Stadt, die offiziell übrigens „Krung Thep Mahanakhon“ heißt – was soviel bedeutet wie „Stadt der Engel“. Das erklärt wohl auch den Namen des Projekts – dem Himmel nahe befindet man sich in den oberen Etagen allemal.

Aber wie lebt es sich in Bangkok, der Millionenmetropole Thailands, deren Einwohnerzahl zwischen 12 und 15 Millionen pendelt – denn niemand weiß es so wirklich. Bangkok ist kaum mit nur einem Wort zu beschreiben. Man muss sie selbst erleben, sie mal besichtigen – denn sie wird entweder geliebt oder gehasst. Gegensätze bestimmen das Bild Bangkoks, und darin liegt auch die Faszination, die von ihr ausgeht. Laut oder leise, duftend oder stinkend, chaotisch oder geordnet – alles ist möglich. Dazu das Stimmgewirr, von dem man nun wirklich keinen Ton versteht. Es ist die Stadt der Nachtmärkte mit gefälschten Waren, von Uhren und Taschen bis hin zu DVDs im Gegensatz zu gläsernen Einkaufspalästen mit allen erdenklichen Luxusmarken. Ärmliche Wellblechhütten neben Villen mit eigenem Bootsanleger. Erschreckende Prostitution. Hin und wieder läuft mal ein kleiner Elefant über die Straßen. Und die unsicheren politischen Verhältnisse haben in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt.

Bangkoks MahaNakhon bei NachtHier soll also der neue MahaNakhon-Tower in den Himmel wachsen. Ein gläsernes Gebilde, mit jeder Menge Rücksprüngen und Terrassen. Im feuchten Klima wird das Hochhaus an diesen Stellen glänzen, als ob sich hier Löcher befinden – als hätten es die Ratten, die abends auf den Straßen nach Essensresten suchen, angeknabbert. Hinter der Fassade wird die reiche Oberschicht in ihren stylischen Apartments auf das Chaos am Boden schauen, die Straßen voller bunter Taxis in blau, grün, gelb und pink aus sicherer Entfernung beobachten können. Ein Rückzugsort, um den wirren Alltag Bangkoks ausblenden zu können. Neben den Ritz Carlton Residences mit Single- und Duplexwohnungen in einer Größenordnung von 125 qm bis 830 qm und einer Deckenhöhe von 3,5 m wird auch das Bangkok Edition-Hotel (unter der Leitung von Marriott International und dem Hotelier Ian Schrager) auf einigen Etagen Raum für 150 Hotelzimmer bieten. Mit der Auszeichnung als „Signature Boutique Hotel“. Die untersten sowie die obersten Etagen können dann auch von der Öffentlichkeit besucht werden: entweder zum shoppen in den MahaNakhon Terraces oder zum dinieren in der Skybar, von der man auch einen herrlichen Rundum-Blick auf die Stadt genießen kann.

Mit Sicherheit hat der Komplex die Chance, das neue Wahrzeichen Bangkoks zu werden und zumindest in architektonischer Sichtweise das Symbol für eine positive Entwicklung der thailändischen Hauptstadt zu werden. Für mich stellt sich dennoch die Frage: werden sich am Eingang eines solch hochwertigen Prestigeobjekts trotzdem die traditionellen Geisterhäuschen befinden? Mit geöffneten Soda Flaschen, Räucherstäbchen, Blumengirlanden und Essensresten für den Buddha? Oder hat es ein solches Gebäude nicht mehr nötig, böse Erdgeister zu vertreiben? Hoffen wir doch, dass die Tradition auch vor dem Luxustempel gewahrt wird.

[via: www.maha-nakhon.com]

[Bilder: ©OMA, Ole Scheeren ]

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