Privattower in Mumbai

Antilia – Ein Hochhaus für eine Familie

Ambani Tower Mumbai 1Mukesh Ambani, der mit 27 Milliarden Dollar den Platz 9 der Forbes Liste der reichsten Menschen der Welt belegt, kann mit seinem Geld alles kaufen, was er will. Von luxuriösen Strandvillen über die schicksten Penthouses in den besten Metropolen. So, wie es alle anderen Reichen auch schon getan haben. Aber das reicht dem indischen Geschäftsmann, dessen Familie  mit dem Gas, Öl und Petrochemie-Konzern „Reliance“  zu Milliarden kam, bei Weitem nicht.

Größer, höher, teurer – seine Familie sollte ein Haus bekommen, das alle anderen Privathäuser in der Welt übertrifft. Die Architekten des Chicagoer Büros Perkins & Will erfüllten ihm seinen Wunsch. Über Geschmack kann man bekanntlich streiten. Aber beim Preis liegt der Inder auf Platz 1. Kein anderer Bau eines Einfamilienhauses ist bisher so teuer gewesen: nämlich über eine Milliarde Dollar. In der für Dreck und Chaos berüchtigten Großstadt Mumbai thront das Haus der Ambanis wie ein Wächter über die Stadt und wirkt eher wie ein Büroturm. Der Privattower wurde Antilia getauft – nach dem Vorbild der mythischen Atlantikinsel – und ragt mit 173 Metern in den Himmel der Stadt. Natürlich an der vornehmsten Straße der aufstrebenden Stadt, der Altamount Road. Und dennoch lediglich wenige Meter entfernt von den Slums, in denen über 60 Prozent der Einwohner Mumbais leben, ohne ausreichende Strom- und Wasserversorgung. Mit dem neuen Haus wurde die Kluft zwischen Arm und Reich noch ein wenig mehr betont.

Mukesh, seine Frau, seine drei Kinder und seine Mutter zogen bereits Ende 2010 in ihr neues Eigenheim ein. Der immense Reichtum wird regelrecht zur Schau gestellt, denn das Gebäude präsentiert sich in den oberen Stockwerken ungewöhnlich offen für die für Kriminalität bekannte Metropole. Anders wie andere Reiche hat sich die Familie nicht mit meterhohen Mauern abgegrenzt vom Rest der Stadt. Mit einem nach außen geschlossenen Parkhaus mit Platz für 170 Autos auf sechs Etagen wird die Sicherheit und Abgrenzung vom öffentlichen Leben erreicht.  Darüber genießt die Familie jeden erdenklichen Luxus: Eigener Ballsaal, der den des Schloss Versailles übertrifft, ein Health Center mit Schwimmbad, Fitnessraum, Yoga- und Tanzstudio, sowie ein privater Wohnbereich über vier Ebenen. Insgesamt 37.000m2. Von außen sieht das Gebäude aus, als würde sich ein Betonband nach oben wickeln, dazwischen gibt es Rundum-Verglasung für den besten Ausblick auf die Stadt und freie Bereiche, die Platz für Dachgärten bieten, die mit tropischer Bepflanzung den Hängenden Gärten der Semiramis nachempfunden sind.

Die indische Autorin Shobhaa De beschreibt das Bauwerk als „Taj Mahal des 21. Jahrhunderts“. Die Bevölkerung hingegen ist geteilter Meinung. Beschwerdebriefe und die Aufforderung, das Geld in die Verbesserung der Lebenslage der Slumbewohner zu investieren, kursieren im Internet. Andere Inder dagegen zeigen keinerlei Missgunst oder Neid, sondern sind stolz, das es jemand aus ihrem Land zu so viel Reichtum geschafft hat. Außerdem hat die Familie über 600 Arbeitsplätze für Angestellte geschaffen, die ihnen das Leben noch mehr versüßen werden, als es ohnehin schon ist. Im Endeffekt kann es den Ambanis sowieso egal sein, was vor ihrer Haustür geredet wird. Denn den Bürgersteig werden sie so gut wie nie selbst betreten. Sie nehmen lieber einen von drei Hubschraubern, die auf dem Dach warten und sie, wenn sie die Nase voll haben von Mumbai, mal eben woanders hinfliegen. Ambani Tower Mumbai 2

[via: Lufthansa Exclusive Magazin, 05/11; Bild oben: media.cleveland.com; Bild unten: i.dailymail.co.uk ]

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