Architektur und Comic

Visionäre Lebenswelten

comicarchitectureIn Comics ist alles möglich. Kleine Fabelwesen, Superhelden oder Monster durchlaufen gezeichnete Lebenswelten, die mal visionär utopisch oder detailgetreu real ausfallen. Die Arbeit von Illustratoren und Architekten haben eine Gemeinsamkeit: Am Anfang steht die Idee. Beide Kunstformen entwickeln ein Bild einer Lebenswelt, die später aufskizziert wird – realitätsnah oder realitätsfern.

Die Zeichnung ist nie das getreue Abbild der Realität. Während in der Architektur nicht alles möglich ist, fordert die Comicwelt dazu auf, alle Möglichkeiten der Fantasie zu nutzen. Dennoch sehen wir in den lustigen Geschichten oftmals Szenen, die der Realität entsprungen sind – berühmte Villen großer Architekten, zum Beispiel von John Lautner oder Richard Neutra, werden ebenso originalgetreu skizziert wie ganze Stadträume. Sogar die asiatischen  Mangazeichner lassen ihre Anime-Figuren auf Gondeln durch altbekannte venezianische Wasserstraßen fahren. Comicarchitecturecomicarchitecture

Schon in den 60er Jahren zeichnete die Architektengruppe Archigram sogenannte Archicomics. Von kleinen Wohnkapseln bis hin zur „Walking City“ – New York mit roboterhaften Wohnmaschinen, die sich fortbewegen können – Archigram entwickelte schon vor Jahren Comic-Heftchen mit zukunftsweisenden Wohnwelten, auch wenn diese bisher nicht umgesetzt wurden.

comicarchitecture

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Bis heute findet die Comiczeichnung ihren Platz in der Architektenwelt. Bjarke Ingels von BIG ist der derzeit wohl bekannteste Vertreter der Archicomics. Seine Entwürfe präsentiert er skizzenhaft, seine Renderings lassen ein fast perfektes Bild des zukünftigen Bauwerks erkennen. Wie Archigram schon in den 60ern, zeigt BIG die zeitgenössische Idee der Wohnmaschine, dessen Begrifflichkeit erstmals von Le Corbusier benutzt wurde. Verdichtetes Wohnen auf engstem Stadtraum. Eine Idee, die sicherlich auch noch in ein paar hundert Jahren ein aktuelles Thema bei den zukünftigen Stadtplanern sein wird – es wäre interessant zu wissen, wie ihre Zeichnungen dann aussehen.comicarchitecture

[Bilder: Bild 1 und 2: Scan aus der A & W, 03/11; Bild 3: Aria4, Tokyopop © Kozue Amano, Bild 4: urban2files.wordpress.com, Bild 5: essential-architecture.com, Bild 6: www.big.dk]

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Ein Gedanke zu „Architektur und Comic

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