Eine architektonische Retrospektive der Zukunft

Innovativ traditionell?

Air-Hab Nomad, Archigram, 1967

Air-Hab Nomad, Archigram, 1967

Futuristische Architekturcollagen zeigen die Welt von Morgen. Und präsentieren utopische Sichtweisen, die sich (interessanterweise) seit Jahrzehnten kaum verändert haben. Schon in den 60er und 70er Jahren zeigte die britische Architektengruppe Archigram ihre Stadtvisionen und Traumwelten in diversen Architekturcomics.

Monte Carlo, Archigram, 1969

Monte Carlo, Archigram, 1969

Fast zeitgleich rückten auch die italienischen Architekten von Superstudio ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In ihren Collagen wird die Welt zur Spielwiese für totale Urbanisation – ein Abriss von Idealstädten, die niemals den Sprung von der Idee zur Planung geschafft haben.

The continuous moment, Superstudio, 1969

The continuous moment, Superstudio, 1969

Supersurface, Superstudio, 1969

Supersurface, Superstudio, 1969

Supersurface, The happy Island, Superstudio, 1971

Supersurface, The happy Island, Superstudio, 1971

In seiner Skizze „Exodus, or the voluntary prisoners of architecture“ (1972) zog Rem Koolhaas mehrere Mauern durch London und spielt mit dem Bild auf den Kalten Krieg in Berlin an.

Exodus or the voluntarily prisoners of architecture, Koolhaas, Vriesendorp, Zenghelis, 1972

Exodus or the voluntarily prisoners of architecture, Koolhaas, Vriesendorp, Zenghelis, 1972

Heute, Jahrzehnte später, hat sich die Darstellungsart der Architekturutopien kaum verändert. Masterpläne von Rem Koolhaas, bzw. den Architekten von OMA, wirken auch heute teilweise noch, als wären mehrere Bilder in einem Bild zusammengefügt worden (z.B. Jebel Al Jais Mountain Resort, UAE, 2006).

Jebel al Jais Mountain Resort, OMA, 2006

Jebel al Jais Mountain Resort, OMA, 2006

Jebel al Jais Mountain Resort, OMA, 2006

Jebel al Jais Mountain Resort, OMA, 2006

Auch die derzeit aktuellen, zusammengeschnittenen Collagen des portugiesischen Künstlers Hugo Barros erinnern stark an Superstudio, auch wenn er grundsätzlich nur drei Elemente vermischt. Mit dem Mond oder dem Meer verleiht er seinen psychedelischen Bildern eine ganz besondere Atmosphäre.

Hugo Barros, 2012

Hugo Barros, 2012

Hugo  Barros, 2012

Hugo Barros, 2012

Hugo Barros, 2012

Hugo Barros, 2012

Außerdem überzeugten jüngst die Preisträger des Cityvision-Wettbewerbs ebenfalls mit Surrealitäts-Darstellungen für das zukünftige Rio de Janeiro, wie die Collagen „Keep it Rio“ und „Tensile City“ zeigen. Traumwelten, fernab vom wahren Leben.

Keep it Rio, Rio City Vision, 2013

Keep it Rio, Rio City Vision, 2013

Tensile City, Rio City Vision, 2013

Tensile City, Rio City Vision, 2013

Auch wenn die bunten Comics niemals die Realität darstellen – wichtig ist, dass man sich nach wie vor die Welt ein wenig zurechtrückt.

[via: archigram.net (Archigram), collageandarchitecture.com & arch122superstudio.blogspot.de (Superstudio), eikongraphia.com (OMA), architizer.com (Hugo Barros), cityvisionweb.com (Keep it Rio – Alessandro Nardacci, Alessandro Oltremarini, Federico Marchi) & Tensile City – Lee, Kyo Seon – Hong, Yoon Kee – Song, Jin Young)]

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