Baden gehen – vor der eigenen Balkontür!

Gemeinschaftspools? Nein danke. Bitte einen privaten Pool auf jeder Etage.

PARAISÓPOLIS_Copyright Tuca VieiraNichts ist in den Weltstädten ein deutlicheres Zeichen von Luxus und Extravaganz wie der Pool – zumindest wenn dieser zur eigenen Wohnung gehört. Und wenn man zum Baden nicht in einen Gemeinschaftsraum gehen muss, sondern direkt auf der eigenen Dachterrasse in den Pool steigen kann.

Ein neuer Trend bei den Luxuswohnungen der Großstädte scheint der private Pool zu sein. Und zwar für alle Wohnungen des Gebäudes, und nicht, wie vorher, für nur einen Glücklichen im Gebäude, der sich das Penthouse mit umlaufender Dachterrasse und Pool leisten konnte.

BIG hat, zusammen mit HKS und Michael Diggiss Architects, zu Anfang dieses Jahres Pläne für das „Honeycomb Resort“ auf den Bahamas vorgestellt, das zum Herzstück eines größeren Freizeitareals werden soll. Die Fassade des Wohngebäudes ist der Form von Bienenwaben nachempfunden. Dadurch haben die späteren Besitzer der 34 Apartments nicht nur außergewöhnliche Balkone – die Form eignet sich außerdem bestens zum Auffüllen mit Wasser. Voilà, der private Pool ist damit vor der Tür. Und das Meer vom Pool aus in Sichtweite.BIG . Honeycomb  Albany Marina Residences Building 1 . Bahamas a

bjarke-ingels-group-bahamas-resort-cbjarke-ingels-group-bahamas-resort bAber auch anderswo ist der eigene Pool höchst begehrt. Zum Beispiel in New York. Direkt im Stadtteil Chelsea, neben der grünen High Line, entsteht „The Soori“, entworfen von SCDA Architects. 16 von insgesamt 27 Ein- bis Vierzimmer Wohnungen werden einen beheizbaren Pool haben. Die New York Times berichtete in 2009, dass ein eigener Pool im Big Apple im Monat bis zu 1.200 $ kostet – lediglich an Betriebskosten, selbst wenn die Besitzer ihn niemals nutzen. Das ist nichts gegen die Baukosten in den hohen Etagen. Wollte sich vor Jahren ein New Yorker noch nachträglich einen Pool auf sein Townhouse setzen, musste er mit circa 280.000 $ rechnen. Schon alleine die Vorgabe, dass ein New Yorker Pool nicht aus Beton gebaut werden darf, sondern immer aus nicht rostendem Edelstahl sein muss. Immense Stahlträger müssen erst mal in die oberen Etagen gehievt werden und diese müssen Pool und Wasser tragen – bei einem größeren Badebecken können da schon mal 68 Tonnen zusammenkommen. Aber was tut man nicht alles – schließlich gibt es nur rund 100 private Pools in New York.

soori_new york1soori_new york4soori_new york5Auch in São Paulo besitzt man einen eigenen Pool, wenn man das entsprechende Kleingeld dafür hat. Der kolumbianische Fotograf Tuca Vieira zeigte den Unterschied zwischen Arm und Reich in direkter Nachbarschaft. Während die Oberen der Klassengesellschaft in ihrem Privatpool im Stadtteil Morumbi den Tag genießen, schauen sie herab auf die Armen in den Favelas von Paraisópolis (Foto ganz oben, und Videoausschnitt aus Galileo Big Pictures unter vimeo.com). Gut, über die Aussicht lässt sich streiten.

[via: designboom.com; soorihighlineny.com; ilbonito.wordpress.com]

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2 Gedanken zu „Baden gehen – vor der eigenen Balkontür!

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