Labelarchitektur. Neuerdings bezugsfertig.

Außen und Innen vom Allround-Architekten

cast-iron-1Auf dem amerikanischen Wohnungsmarkt hat sich ein neuer Trend durchgesetzt, vorgegeben von namhaften Architekten: Es geht nicht mehr nur um die Gestaltung der Gebäudehülle, sondern die Architekten übernehmen auch das komplette Innenraumdesign. Alles aus einer Hand. So zeichnet sich Pritzker-Preisträger Shigeru Ban beim Umbauprojekt „Cast Iron Houses“ im New Yorker Stadtteil TriBeca verantwortlich für das gesamte neue Erscheinungsbild des 132-jährigen Gebäudes: von der äußeren Gestaltung, der Materialwahl und Raumaufteilung bis ins kleinste Detail der Wohnungseinrichtung. Mit Möbeln und allem, was man so erwartet, um sich wohlzufühlen im eigenen Zuhause. Vollkommen bezugsfertig. cast-iron-2

cast-iron-2aSo entsteht ein perfekt abgestimmtes Konzept – aus Designerhand. Sicher sind diese Konzepte erst einmal nur für die spezielle Klientel des hochpreisigen Wohnungsmarkts bestimmt. Beim Bauvorhaben „50 UN Plaza“ übernimmt Norman Foster alle Leistungen, außen wie innen. unplaza

„56 Leonard Street“ von Herzog & de Meuron oder „The Soori“ von SCDA Architects folgen der gleichen Vision. Auch Annabelle Selldorf entwarf die Architektur und Innenarchitektur beim Projekt „10 Bond Street“. Die Vermarktung läuft derzeit an.

10-bondSicher ist, dass diese Konzepte auch ein durchdachtes Marketingtool sind. Käufer geben in den Weltmetropolen mehr Geld aus für Wohnungen vom Stararchitekten – teilweise gelten diese Wohnungen sogar als „trophy-apartments“. Wie vor 10 Jahren, als die Wohnungen in Richard Meiers Glastürmen an der New Yorker Perry Street fertig wurden. Damals gab es allerdings nur die Hülle. Das Apartment in den Glastürmen war für die teilweise weltbekannten Käufer genug, mehr Service wurde nicht erwartet. Nach dem Kauf fing dann allerdings erst der richtige Stress an. Denn wie richtet man eine Wohnung ein, die sich am offenen Raumkonzept orientiert und von Glaswänden rundherum umschlossen ist – und damit sinnbildlich keinen Schutz nach außen bietet? Dann kamen namhafte Innenarchitekten ins Spiel, die Wohnungen wurden eingerichtet, teils den Ansprüchen des Käufers entsprechend umgebaut – und damit war der Käufer noch ein bisschen mehr Geld los. Genau hier sehen die Investoren den Vorteil. Architektur und Innenraum gut durchdacht von einem einzigen Talent – das spart auch Kosten ein. Und dieser Trend steht für außergewöhnliche Werte. Für den Architekten bedeutet es, endlich mal sagen zu können, dass das Gebäude ganz im Sinne seiner eigenen Idee ausgeführt wurde – von Kopf bis Fuß, sozusagen.

[Bilder von oben:
1. – 3. : Cast Iron House, Shigeru Ban: designboom.com & inhabitat.com, robbreport.com;
4. : 50 UN Plaza, Norman Foster: nycpenthouses.com;
5. : 10 Bond Street, Annabelle Selldorf: skdevelopment.com ]

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