Angezogene Architektur

Wenn Stararchitekten zu Modeschöpfern werden

hadidswimwear01Wer zum Schwimmen in Zaha Hadids Aquatics Center in London geht, der sollte zumindest auch das passende Kleidungsstück am Körper tragen. So hat sich das wohl auch die Architektin gedacht. Zwei Monate nachdem ihre Schwimmhalle, die ursprünglich für die Londoner Olympiade in 2012 gebaut wurde, nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, präsentiert Zaha Hadid ihren ersten Badeanzug für Viviona Swimwear. Fließende Formen, das richtige Verhältnis von Geschlossenheit, Offenheit, Durchlässigkeit und Transparenz. Wie in der Architektur, so auch in ihrer Mode.

Schon andere Stararchitekten haben sich in der Mode geübt. Frank Gehry entwarf einen Schuh für J.M. Weston, der beschrieben wurde als Mix aus Dandy-Look des 19. Jahrhunderts gepaart mit 60er-Jahre Stil. Und Richard Meier entwarf für das Label Lutz & Patmos schlichte Cardigans – in weiß, selbstverständlich. Einer der bekanntesten Schöpfer seiner eigenen Mode war außerdem Le Corbusier, der seine Krawatten auch gerne einmal selbst schneiderte.

Mode aus Architektenhand, das ist ein gewagtes Spiel. Auch wenn die Übergänge der Disziplinen immer mehr ineinander übergehen. Meist ist der Architekt doch besser darin, die Baukunst voranzutreiben. Oder Verkaufsräume für Mode zu schaffen, die die ausgestellten Kleidungsstücke inszenieren und zum Leuchten bringen. Wie Rem Koolhaas, der mit seinen Büros OMA und AMO die Prada Flagship-Stores in New York und Los Angeles sowie den „Prada Transformer“ als temporäres Ausstellungsgebäude für Seoul entwarf. Hier wird die Mode vom Raum umspült und der staunende Besucher verfällt leicht einem Kaufrausch.1280-pggs15xw1nj9mtf2dehhcnw7r33ey3efga786pgr

P1020084OMA PRADA Transformer 1162pradatrans4Dagegen gewährten die Künstler Elmgreen & Dragset den Besuchern des Prada Marfa Stores mitten in der Wüste keinen Eintritt. Es ist ein permanentes Kunstprojekt, in dem zwar ausgestellt wird, das aber nicht zum Schaulaufen selbst gedacht war.

20120718-185206Selbst auf dem Catwalk laufen ist dagegen im temporären Fashion-Tempel namens „Chanel Mobile Art Pavilion“ möglich. Dieser bot zwar nur Platz für wenige Kleidungsstücke, machte dafür aber die Gäste zu Models auf dem Laufsteg im ephemeren Raum. Eine überaus hochgelobte, innovative und mobile Architektur. Und dennoch: Nach nur wenigen Zwischenstopps in New York, Hongkong und Tokio hat Chanel das futuristische Gebäude verkauft an das Institut du Monde Arabe in Paris. Und dort bieten die Verantwortlichen das teure Projekt nun zur Selbstabholung an.DSC_2036 wm

[Bilder von oben nach unten: Zaha Hadid Badeanzug © Viviona Swimwear, via: telegraph.co.uk; Rem Koolhaas, Prada Store New York © Getty Images, via: elle.com; Rem Koolhaas, Prada Store L.A., via: 1.bp.blogspot.com; Rem Koolhaas, Prada Transformer, exterior & interior © openbuildings.com; Elmgreen & Dragset, Prada Marfa, via: messynessychic.com; Zaha Hadid, Chanel Mobile Art Pavilion © loadingphotography.blogspot.de]

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