Wohnen mit Königsblick auf New York

Umbau des Woolworth BuildingWoolworth Building_Copyright Stefan Georgi

Vor ein paar Tagen wurden die aktuellen Preise für die neuen Wohnungen in der ehemaligen Woolworth Konzernzentrale am Broadway veröffentlicht. Atemberaubend hoch, so teuer wie nie in New York, aber auch nicht verwunderlich für ein Leben in einer der wichtigsten Architekturikonen der Stadt. 110 Millionen US Dollar, dieser Listenpreis wurde für die obere Turmspitze bestätigt – dafür erwirbt der Käufer ein Wohnvergnügen auf 870 qm plus 50 qm Außenfläche. „The Pinnacle“, so heißt dieser Gipfel des Woolworth Building treffend: Ein Zuhause, das sich von der 50. bis zur 58. Etage erstreckt mit drei Geschossen zum Wohnen, Dinieren und Schlafen, sowie einer Kuppel, in der sich die Bibliothek und eine eigene Aussichtsplattform befindet. Von hier genießt man den berühmten „Königsblick“ auf die Stadt.

„Wie hoch kann New York in den Himmel klettern?“, fragte eine New Yorker Tageszeitung 1913, dem Jahr, in dem das Woolworth Building feierlich eröffnet wurde mit 80.000 Glühbirnen, die das Hochhaus erleuchten ließen. Von da ab konnte jedermann den besagten Königsblick genießen. Für 50 Cent durften Zahlungswillige auf die Aussichtsplattform hochfahren und einmal auf New York runterschauen.Woolworth Building_Copyright Gilmar Mattos

Seine Konzernzentrale ließ Franklin Winfield Woolworth vom Architekten Cass Gilbert erbauen. Der Standort – 2 Park Place/233 Broadway – war mit Bedacht gewählt. Hier schlug das Herz der Stadt, das neue Rathaus war gerade erbaut und hier lag die „Newspaper Row“, der Straßenabschnitt mit den Redaktionen aller wichtigen Zeitungen. Mr. Woolworth errichtete sich ein Wahrzeichen, mit 242 Metern und erstmals über 50 Stockwerken wurde sein Gebäude das höchste der Stadt und blieb es, bis in den 30ern das Chrysler Building den Titel bekam. Heute, 101 Jahre später, ist die Höhe für das Woolworth Building nicht mehr ausschlaggebend. Verglichen mit dem Burj Khalifa in Dubai wirkt es sogar klein – das Woolworth Building würde drei Mal in den höchsten Turm Dubais passen. Von Überfluss darf aber auch aus heutiger Sicht noch gesprochen werden. Kuriose Fassadendetails sind das Kennzeichen des Gebäudes: Fledermäuse, Fratzen und Fabelwesen. Das pyramidale Dach, vier Türme, Strebepfeiler und Zinnen zieren den Art-déco-Bau. Auch die Ausstattung im Innern ist prachtvoll mit Reliefs, Wandbildern, Intarsien und Mosaiken.woolworth-penthouse-floor-plan-682x1024

13,5 Millionen US Dollar kostete der Prunkbau 1913 – eine Summe, die Franklin Winfield Woolworth damals in bar bezahlte. Als „König der Fünf-Cent-Läden“ war dieses kein Problem für ihn. Bleibt abzuwarten, ob der neue Käufer des „Pinnacle“ Penthouses das Geld auch in bar bezahlt. Es ist ja auch nicht nur die Turmspitze zu haben. Alchemy Properties planen die 30 obersten Stockwerke zu Luxuswohnungen um für sage und schreibe 150 Millionen US Dollar, also dem Elffachen des Baupreises.

[via: 6sqft.com; Bilder von oben nach unten: © Flickr/Stefan Georgi; © Flickr/Gilmar Mattos; floor plans of „The Pinnacle“: © The Real Deal]

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s