Wachsende Pyramide

BIG`s 625 West 57th Street New York1

New York ist bereit für neue Wohnideen, fand Bjarke Ingels, als er seine Pyramide für 625 West 57th Street zu Papier brachte: „This is the country that invented surf and turf! To put a lobster on a steak—any French chef would tell you that’s a crime.”w57-image-by-big-04_original.jpg

Man muss sich also nicht immer an alle Regeln halten. So hielt sich Bjarke Ingels beim Entwerfen immer wieder den Mix in der Haute Cuisine vor Augen und transportierte die gewagte These in sein Gebäudekonzept. Und so wurde 625 West 57th Street zum architektonischen Hybrid: Eine Mischung aus europäischer Blockbebauung mit Grünfläche im Inneren trifft auf typisches New Yorker Hochhaus mit Podiumlevel. Von außen erinnert die Formgebung stark an eine Pyramide, die mittlerweile Geschoss für Geschoss anwächst. Die ungewöhnliche Gestaltung schafft die harmonische Verbindung zwischen den niedrigen Häusern von Hell`s Kitchen und den sich dahinter aufreihenden Türmen von Riverside South. Zum Hudson River fällt der 43-geschossige Wohnblock ab, sodass alle Bewohner von ihren Balkonen den Blick auf das Wasser genießen können.3456

709 Apartments türmt Bjarke Ingels in der Pyramide, hauptsächlich Studios und Wohnungen mit nur einem Schlafzimmer. In der Mitte befindet sich eine Art Miniature-Central-Park für die Bewohner und zusätzlich dazu gibt es für die schlechten Tage auch noch einen großzügigen Indoor-Park im Gebäude. Genauso wie Swimmingpool, Basketballcourt und Golf-Simulator – Bjarke Ingels hat an alle Sportmöglichkeiten gedacht. Glückliche Pyramidenbewohner.789

[Bilder: © BIG, Bjarke Ingels, Copenhagen]

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Eine grafische Studie

Monochrome Mode vor imposanter Architekturkulisse

IMG_6258IMG_6254[via: thefrontrowview.com, copyright: Vogue Japan/Emma Summerton]

„Cosi Fan Tutte“, ein rasantes Kammerspiel

Zusammenspiel von Zaha Hadid und Hussein Chalayan

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Die Stararchitektin und der Stardesigner entwarfen das Bühnenbild zu „Cosi Fan Tutte“, eine Mozart-Oper, die derzeit aufgeführt wird in der Los Angeles Walt Disney Concert Hall. Typisch für die Architektin ist das Element der Bewegung, mit der sie der Bühnenlandschaft einen einzigartigen Ausdruck verleiht. Sie erweckt die Assoziation einer weißen Düne, die sich langsam verändert und für Dynamik sorgt, verstärkt durch die künstlerische Mode des experimentierfreudigen Designers und hinterlegt mit den Klängen der Los Angeles Philharmonie. Ein würdiges Zusammenspiel für das Juwel aus dem Mozart-Repertoire.

[via: domusweb.it; © Los Angeles Philharmonic Association – Così fan tutte]

Angezogene Architektur

Wenn Stararchitekten zu Modeschöpfern werden

hadidswimwear01Wer zum Schwimmen in Zaha Hadids Aquatics Center in London geht, der sollte zumindest auch das passende Kleidungsstück am Körper tragen. So hat sich das wohl auch die Architektin gedacht. Zwei Monate nachdem ihre Schwimmhalle, die ursprünglich für die Londoner Olympiade in 2012 gebaut wurde, nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, präsentiert Zaha Hadid ihren ersten Badeanzug für Viviona Swimwear. Fließende Formen, das richtige Verhältnis von Geschlossenheit, Offenheit, Durchlässigkeit und Transparenz. Wie in der Architektur, so auch in ihrer Mode.

Schon andere Stararchitekten haben sich in der Mode geübt. Frank Gehry entwarf einen Schuh für J.M. Weston, der beschrieben wurde als Mix aus Dandy-Look des 19. Jahrhunderts gepaart mit 60er-Jahre Stil. Und Richard Meier entwarf für das Label Lutz & Patmos schlichte Cardigans – in weiß, selbstverständlich. Einer der bekanntesten Schöpfer seiner eigenen Mode war außerdem Le Corbusier, der seine Krawatten auch gerne einmal selbst schneiderte.

Mode aus Architektenhand, das ist ein gewagtes Spiel. Auch wenn die Übergänge der Disziplinen immer mehr ineinander übergehen. Meist ist der Architekt doch besser darin, die Baukunst voranzutreiben. Oder Verkaufsräume für Mode zu schaffen, die die ausgestellten Kleidungsstücke inszenieren und zum Leuchten bringen. Wie Rem Koolhaas, der mit seinen Büros OMA und AMO die Prada Flagship-Stores in New York und Los Angeles sowie den „Prada Transformer“ als temporäres Ausstellungsgebäude für Seoul entwarf. Hier wird die Mode vom Raum umspült und der staunende Besucher verfällt leicht einem Kaufrausch.1280-pggs15xw1nj9mtf2dehhcnw7r33ey3efga786pgr

P1020084OMA PRADA Transformer 1162pradatrans4Dagegen gewährten die Künstler Elmgreen & Dragset den Besuchern des Prada Marfa Stores mitten in der Wüste keinen Eintritt. Es ist ein permanentes Kunstprojekt, in dem zwar ausgestellt wird, das aber nicht zum Schaulaufen selbst gedacht war.

20120718-185206Selbst auf dem Catwalk laufen ist dagegen im temporären Fashion-Tempel namens „Chanel Mobile Art Pavilion“ möglich. Dieser bot zwar nur Platz für wenige Kleidungsstücke, machte dafür aber die Gäste zu Models auf dem Laufsteg im ephemeren Raum. Eine überaus hochgelobte, innovative und mobile Architektur. Und dennoch: Nach nur wenigen Zwischenstopps in New York, Hongkong und Tokio hat Chanel das futuristische Gebäude verkauft an das Institut du Monde Arabe in Paris. Und dort bieten die Verantwortlichen das teure Projekt nun zur Selbstabholung an.DSC_2036 wm

[Bilder von oben nach unten: Zaha Hadid Badeanzug © Viviona Swimwear, via: telegraph.co.uk; Rem Koolhaas, Prada Store New York © Getty Images, via: elle.com; Rem Koolhaas, Prada Store L.A., via: 1.bp.blogspot.com; Rem Koolhaas, Prada Transformer, exterior & interior © openbuildings.com; Elmgreen & Dragset, Prada Marfa, via: messynessychic.com; Zaha Hadid, Chanel Mobile Art Pavilion © loadingphotography.blogspot.de]

Die Leichtigkeit des Seins

Symbiose von Shigeru Bans Architektur und Kristian Schullers Modefotografie

ban curtain wall house and kristian schuller fashionDieses Jahr geht die weltweit renommierteste Architekturauszeichnung, der Pritzker Preis, an den japanischen Architekten Shigeru Ban. Den „Oscar der Architektur“ hat er sich redlich verdient, ist er doch seit Jahren bekannt für seinen kreativen Einsatz unkonventioneller Materialien. Er verzichtet ganz auf Wände („Naked House“), verleiht japanischen Einfamilienhäusern sinnbildlich „doppelte“ Dächer oder baut Flüchtingslager aus Papier in Ruanda. Von seinem „Curtain Wall House“ in Tokyo flattern außen liegende Stoffvorhänge, die als Fassade eingesetzt werden und das Geschehen im Gebäude vor fremden Blicken schützt. Alles eine Inszenierung der Leichtigkeit. In der Modefotografie inszenierte Kristian Schuller das Model Nadja Auermann in einer drapierten Stoffrobe mit aufgeplustertem Fallschirm. Davonschweben – in der Architektur und in der Mode.

[Originalbilder: „Curtain Wall House“ von Shigeru Ban, via: openhousebcn.wordpress.com; Nadja Auermann im Editorial „L`Etoile du parachute“, fotografiert von Kristian Schuller, via: vivamodels.wordpress.com. Fotocollage © Angélique Vossnacke]

Fashion Bubble

Wahrgewordener Traum von Melvin Sokolsky

sokolsky new york1963. Der amerikanische Fotograf Melvin Sokolsky sehnte sich nach einem Hauch Futuristik für die Modefotografie. Und außerdem wollte er in seinen Bildern seine eigenen Träume verwirklichen. Er wünschte sich, in einer transparenten Blase über die Landschaft zu schweben. Für die Harper`s Bazaar fotografierte er im selben Jahr seine Fotoserie „Bubble“, die heute weltbekannt ist. Hier schwebt das Model Simone d`Aillencourt in einem durchsichtigen Ball auf und davon, in New York und Paris.sokolsky paris

[via: wired.com; Bilder: © Melvin Sokolsky]

Gekrümmtes Schalenwerk

Barbie Sydney Opera HouseBarbie ist seit jeher Fashionikone, Muse und Designerin. Vor ein paar Jahren entdeckte sie die Architektur („I can be Architect Barbie“) und verwirklichte ihr 1:1 Dream House in Malibu. Kurze Zeit später übertrug sie die Kurven und Linien des Sydney Opera Houses auf ihre Mode. Nichts geht über Inspirationsquellen!

[via: sassisamblog.com]