Eine grafische Studie

Monochrome Mode vor imposanter Architekturkulisse

IMG_6258IMG_6254[via: thefrontrowview.com, copyright: Vogue Japan/Emma Summerton]

Wohnkultur von Tadao Ando für Nolita

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An der Ecke Elizabeth / Kenmare Street setzt der japanische Stararchitekt Tadao Ando ein Zeichen: Anstelle der ehemaligen Garage wird ein siebenstöckiges Wohngebäude entstehen, das nur acht äußerst exklusive Apartments beinhaltet.  So klein es scheint, wird das Projekt doch das erste richtig große Bauvorhaben des japanischen Architekten in der amerikanischen Stadt, die niemals schläft.152_Elizabeth_tadao_Ando_02

Das Gebäude befindet sich im Stadtteil Nolita, ein Viertel, dass in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zog. Coole Bars und ausgefallene Boutiquen befinden sich hier inmitten der immer noch währenden industriellen Atmosphäre, die Nolita seinen eigensinnigen Charakter verleiht.  An dieses Merkmal knüpft auch die Architektur von Tadao Ando an: mit einem Materialmix von Ortbeton, verzinktem Stahl und großen Glasflächen. Industrieflair, gepaart mit moderner Architektur. Die acht Apartments des Wohngebäudes werden über Flächen von 180 bis 460 qm mit zwei bis fünf Schlafzimmern verfügen. Eine große Dachterrasse mit Pool bietet atemberaubende Ausblicke auf das umliegende Viertel. Außerdem heißt es, dass das Interiordesign von Gabellini Sheppard Associates maßgeschneidert wird. Das erwarten die Bewohner einer solch hochpreisigen Immobilie sicherlich auch. Denn schon heute gilt das Gebäude, das 2016 fertiggestellt werden soll, als „super fancy“.

Wer ein Apartment kaufen möchte, hat noch etwas Bedenkzeit. Ab Anfang 2015 wird der Immobilienentwickler Sumaida + Khurana den Verkauf starten und ohne Zweifel, die Apartments werden wieder heiß begehrt sein.

[via: ny.curbed.com]

„Cosi Fan Tutte“, ein rasantes Kammerspiel

Zusammenspiel von Zaha Hadid und Hussein Chalayan

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Die Stararchitektin und der Stardesigner entwarfen das Bühnenbild zu „Cosi Fan Tutte“, eine Mozart-Oper, die derzeit aufgeführt wird in der Los Angeles Walt Disney Concert Hall. Typisch für die Architektin ist das Element der Bewegung, mit der sie der Bühnenlandschaft einen einzigartigen Ausdruck verleiht. Sie erweckt die Assoziation einer weißen Düne, die sich langsam verändert und für Dynamik sorgt, verstärkt durch die künstlerische Mode des experimentierfreudigen Designers und hinterlegt mit den Klängen der Los Angeles Philharmonie. Ein würdiges Zusammenspiel für das Juwel aus dem Mozart-Repertoire.

[via: domusweb.it; © Los Angeles Philharmonic Association – Così fan tutte]

Landnot

Monaco will aufs Meer hinaus

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Wenn das Festland nicht mehr reicht, wird eben künstliches Land im Meer aufgeschüttet. Dubai hat es mit seinen Palmen vorgemacht, Monaco zieht nach. Eigentlich gab es schon in 2008 Pläne, das nur 200 Hektar große Fürstentum ins Meer aufzuweiten. Damals sollte eine zwölf Hektar große Insel vor dem Grimaldi Forum und dem Casino im Wasser entstehen – das wäre eine Fläche von immerhin fünf Fußballfeldern gewesen. Entwürfe von Norman Foster und Daniel Libeskind wurden damals diskutiert und hätte es nicht die Finanzkrise gegeben, wären die Ideen auch umgesetzt worden.

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Im gleichen Jahr präsentierte auch der Pariser Architekt Vincent Callebaut seine Visionen für Monaco: Lilypads – Inseln im Meer, die zukunftsweisende Ökoparadiese sein sollten – vollkommen autark und mit Platz für bis zu 50.000 Einwohnern auf 500.000 qm Fläche über dem Wasser. Natürlich nur eine reine Utopie und ein etwas gewöhnungsbedürftiges Bild.lilypad-a-monacoville-flottante-ecologique-vincent-callebaut

Nun also sieht es jedoch tatsächlich so aus, dass in den kommenden Jahren Land im Meer von Monte Carlo aufgeschüttet wird. Und die Pläne aus 2008 wieder aufgenommen werden. Allerdings sollen nicht zwölf Hektar aufgeschüttet werden, sondern nur noch sechs Hektar. Auf der neu gewonnenen Fläche werden sechs- bis zehnstöckige Hochhäuser entstehen, mit Büros, Ladenzeilen und Wohnraum. Nachhaltig wird die neue Insel auch sein, das neue Gebiet entsteht zwischen zwei Meeresschutzgebieten und tastet diese nicht an. Bis diesen Juli werden zunächst Investoren gesucht. Da aber die Finanzkrise in Monaco längst überwunden ist und von Geldnot im Fürstentum sowieso nicht die Rede sein kann, dürfte es ja nicht schwierig sein, einen zahlungswilligen Geldgeber zu finden. [Bild 1 (oben): © home-hunts.net; Bild 2 – 4 (Mitte) Entwurf von Daniel Libeskind: montecarlosealand.com; Bild 5 und 6 (unten): © vincent.callebaut.org]

Simsalabim!

Geheimtüren und Farbenpracht im DM House in Sao Paulo

3fdb70e9a776701e2f2cabdac1dad5f7Raus aus dem tristen, grauen London, rein in die heitere Welt Brasiliens – genauer gesagt nach Sao Paulo, wo die Sonne scheint und die Menschen lachen. Die Eigentümer des neuen Einfamilienhauses wünschten sich mehr Farbe in ihrem Leben und mehr Fläche für ihre drei Kinder. Gefunden haben sie ein Einfamilienhaus mit über 400 qm Wohnraum, plus zwei Terrassen, einem großen Garten, Pool – und zwar gefunden aus der Ferne. Auf dem gleichen Wege wurde der Architekt Guilherme Torres beauftragt, nämlich via Skype.Studio-Guilherme-Torres-DM-house-sao-paulo-brazil-70s-423608df70061deb23ef553a961c922c7DM-House-Guilherme-Torres-Sao-Paulo-Architecture-5DM-House-Guilherme-Torres-Sao-Paulo-Architecture-42DM-House-Guilherme-Torres-Sao-Paulo-Architecture-3

Kaum zu glauben, dass der Architekt nicht gerade angetan war vom Haus, als er es zum ersten Mal betrat. Der 80er-Jahre Bau überzeugte eigentlich nur mit einem: der herrlichen Lage. Trotzdem wurden sich Architekt und Eigentümer schnell über den Umbau einig. Unüblich – und mit Hang zu großen Neuerungen – schlug der Architekt vor, Küche und Wohnbereich in das Souterrain zu legen und eigentlich nur die Struktur des Hauses zu belassen. Im Innenraum herrschen viel Farbe und spielerische Kontraste – alles erinnert ein wenig an die 60er. Das Badezimmer ist in gelb gehalten, das Wohnzimmerregal leuchtet in allen Regenbogenfarben und zwei knallrosa Lounge-Sessel von William Plunkett kontrastieren und harmonieren zugleich. Der Esstisch ist dagegen gegossen aus Beton. Aber am liebsten haben die Kinder den polychromen, vertäfelten Eingangsbereich mit den versteckten Türen zu Gästebad und Schlafzimmern, die nur über Einbuchtungen im Holz wahrnehmbar sind. Als wären die Räume ein Geheimnis, zu denen nicht jedermann Zutritt gewährt bekommt.

[Bilder: via: bolivares.com, whitezine.com]

Sky Vault

MVRDV gestaltet Duplex von Annabelle Selldorf Architects um

249002-74462-RYAN-SUNSET-webExperimente, Kreativität und eine originelle Lösung – das sind die Markenzeichen der holländischen Architekten von MVRDV. Diese Woche wurde ihre neue Duplex-Wohnung in New York vorgestellt – quasi ein Architektenhaus-im-Architektenhaus. Denn MVRDV designen in den nächsten Monaten ein Apartment um, das sich im „200 11th Avenue“ Wohnkomplex befindet – ein Gebäude, das erst 2010 von Annabelle Selldorf Architects fertiggestellt wurde. Annabelle Selldorf hat mit diesem Wohnhochhaus den Bauboom weiterer Wohnkomplexe im Stadtteil West Chelsea angeregt. In erster Linie ist das Gebäude jedoch bekannt geworden über die außergewöhnlichen Sky Garages – ein Autoaufzug, der den Bewohnern das Parken im Apartment erlaubt.249001-407130-200-11th,-PH1-Sky-Vault-web249008-749276-LivingRoom_200-11th_FI_09-06-13-web.249007-231320-BedRoom_200-11th_FI_09-06-13-web249193-156137-Car Garage
MVRDV gaben dem Duplex-Apartment in der 12. und 13. Etage noch ein weiteres Merkmal, zusätzlich zur ungewöhnlichen Garage. Der Bewohner wird sich nicht nur dem Himmel ein Stückchen näher fühlen, wenn er im Auto sitzend über den Aufzug in seine Wohnung befördert wird. MVRDV entwarfen im umgestalteten Apartment ein sogenanntes „Sky Vault“. Die Architekten sehen die Treppe als Herzstück des Raumes, das nicht nur verbindendes Element ist, sondern ein horizontales Zimmer. Umschlossen von gläsernen Treppenbrüstungen und Ausstellungsregalen leitet die Treppe vom unteren auf die obere Ebene. Und daneben genießt der zukünftige Bewohner noch Panoramaausblicke auf den Hudson River und die Skyline von Manhattan.

[© MVRDV, via: nestseekers.com]

 

Am Palmenstrand

„Madness – Under the Royal Palms“

1Palm Beach gilt als die Stadt mit der höchsten Milliardärsdichte im Sonnenscheinstaat Florida, wenn nicht sogar in ganz Amerika. Als Urlaubs- und Erholungsmekka für wohlhabende Amerikaner wurde der Ort schon früh bekannt und zog aufgrund des milden Klimas Touristen aus der ganzen Welt an, die sich in den luxuriösen Hotels am Strand niederließen. Henry M. Flagler galt als Gründer und Visionär der Stadt, schuf er doch in den 1890ern die Eisenbahnlinie und das „Royal Poinciana“ Hotel am Strand. Ein Startschuss für den Bauboom von herrschaftlichen Villen, direkt am weißen Sandstrand – ein perfektes Zuhause für den Millionär. Palm Beach wurde zum Synonym für Reichtum und bekannt für pompöse Bälle und Galadinners. Einen bildhaften Eindruck vom Palm Beach der vergangenen Tage gibt es nun, in Form einer kleinen Leseprobe aus dem Buch „Madness – Under the Royal Palms“ von Laurence Leamer, in erster Linie zur Architektur und dem locker-leichten Leben in den Beach Clubs…

[…] On the grounds where Joe had fought alligators stood the magnificient Mizner-designed Everglades Club, the center of the social life of the island. Along Worth Avenue rose other Spanish/Moorish-inspired Mizner buildings, including a five-story villa with a turretlike room at the top that was his studio, like a lighthouse above the village. Beneath was a twisting narrow passageway full of small shops that evoked an image of medieval Spain. In the surrounding streets stood about a hundred homes designed by Mizner, including great mansions and petite villas. Interspersed around them were estates and homes that blended into the architect`s fantasy, designed by several other notable architects, including Maurice Fatio and Joseph Urban. It was a magical scene, a bit of Spain, a dash of Morocco, a hint of Paris, a flourish of Hollywood, and something exotic, jungle Florida as well […] Vera had no sooner passed the Bath & Tennis Club than the apricot-colored spire and red Cuban tiled roof of Mar-a-Lago loomed up, the property stretching from the Ocean to the Intracoastal Waterway. Mar-a-Lago is the most famous monument on the island. The 114-room building has a mythical aura, as if somewhere in the recesses of the 62,000-square-foot-mansion resides the spirit of Palm Beach`s earliest years. Vera had been to this most celebrated of Palm Beach estates many times. When she had arrived on the island in 1970, Marjorie Merriweather Post still reigned over Mar-a-Lago with an impeccable sense of propriety that had changed little since she opened the estate in 1927. The four-times-married cereal heiress was largely deaf, but that didn`t prevent her from having formal dinners for thirty-six, in which a liveried footman stood behind every chair in the gilded dining room.

1b[…] Donald Trump had purchased Mar-a-Lago in 1985 for eight million dollars, plus three million for the furnishings. Trump was the new Palm Beach: a loud, assertive, energetic force that overwhelmed the well-tended garden of entitlement.

2[…] There is nothing the old elite hates so much and fears so profoundly as Donald Trump`s club. Mar-a-Lago is a pure plutocracy open to anybody who has the $100,000 membership fee, the §5,000 annual dues and enough money to ring up hefty bills each month.

3[…] Palm Beach residents had always assumed that when they drove to the Bath & Tennis or the Everglades for dinner, they were entering the most desirable venue in town, but at Mar-a-Lago, the entertainment is more exciting, the scene more energized. The two-story cabanas at Mar-a-Lago were gorgeous, whereas the old beachfront wooden cabanas at the B & T could sit comfortably next to the Bates Motel in Psycho. At Trump`s club, the members lie on lounges next to the Olympic-size pool where white-coated waiters serve them pina coladas and shrimp salads, while next door, the B & T members stand in a cafeteria line for lunch.

4[…] Barbara knew that although Palm Beach pretended that it was about class, it was about money. When two women met for the first time, they chattered benignly while sizing each other up – shoes Gucci, dress Galanos, handbag Lieber, teeth capped, hair coiffed, accent understated, homes Park Avenue and Everglades Road – so that within five minutes they had precisely pegged each other.69

„Madness – Under the Royal Palms”; Love and Death behind the gates of Palm Beach; Autor: Laurence Leamer; Verlag: Hyperion Books; ISBN: 978-1-4013-2291-5

[Bilder von oben nach unten: Everglades Club: townofpalmbeachproperty.com; Mar-a-Lago: de.academic.ru; Mar-a-Lago, Classic Car Event: finecars.cc; Frau am Pool: photoloa.tumblr.com; © Anthony Friedkin; Frau auf Liegestuhl: thesocietxdiaries.com; Wochenende am See: sparkles-and-crumbs.com; Ehepaar vor Villa: pbpulse.com ]

Ebenfalls empfehlenswertes Coffetable Book zum Thema Palm Beach: „In the spirit of Palm Beach“ von Pamela Fiori!